Poezie Internationaal

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William Blake
William Wordsworth
William Shakespeare
A.A. Milne
Fries en anderstalig
 
 Obe Postma
Cesare Pavese (Italië)
Anske Smit (Hylpers - Hindeloopen)
 
 
 

 
 
 
01.  Johann Wolfgang Goethe
 
 
 
Erlkönig
 
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif?
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.

»Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.«

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht?
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind.

»Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.«

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? -
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau.

»Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.«
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan!


Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.

 
Das Heidenröslein

Sah ein Knab ein Röslein stehn,
Röslein auf der Heiden,
War so jung und morgenschön,
Lief er schnell, es nah zu sehn,
Sah's mit vielen Freuden.

Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Knabe sprach: Ich breche dich,
Röslein auf der Heiden!

Röslein sprach: Ich steche dich,
Daß du ewig denkst an mich,
Und ich will's nicht leiden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Und der wilde Knabe brach
's Röslein auf der Heiden;
Röslein wehrte sich und stach,
Half ihr doch kein Weh und Ach,
Mußt' es eben leiden.

Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

 
Elfenlied

Um Mitternacht, wenn die Menschen erst schlafen,
Dann scheinet uns der Mond,
Dann leuchtet uns der Stern;
Wir wandeln und singen
Und tanzen erst gern.

Um Mitternacht, wenn die Menschen erst schlafen,
Auf Wiesen, an den Erlen
Wir suchen unsern Raum
Und wandeln und singen
Und tanzen einen Traum.


Ginkgo Biloba


Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie 's den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen
Das sich in sich selbst getrennt?
Sinds es zwei, die sich erlesen,
Dass man sie als eines kennt?

Solche Fragen zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn;
fühlst du nicht an meinen Liedern,
Dass ich eins und doppelt bin?


Abendlied

Über allen Gipfeln ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.

 

Meer Goethe
 
 
 
 
02. Heinrich Heine
 

 
Du bist wie eine Blume

Du bist wie eine Blume
so hold und schön und rein;
ich schau' dich an, und Wehmut
schleicht mir ins Herz hinein.

Mir ist, als ob ich die Hände
aufs Haupt dir legen sollt',
betend, daß Gott dich erhalte
so rein und schön und hold.
 

Die heiligen drei Könige...

Die heiligen drei Könige aus Morgenland,
sie frugen in jedem Städtchen:
Wo geht der Weg nach Bethlehem,
ihr lieben Buben und Mädchen?

Die jungen und Alten, sie wußten es nicht,
die Könige zogen weiter;
sie folgten einem goldenen Stern,
der leuchtete lieblich und heiter.

Der Stern blieb stehn über Josephs Haus,
da sind sie hineingegangen;
das Öchslein brüllte, das Kindlein schrie,
die heiligen drei Könige sangen.


Die Welt ist dumm

Die Welt ist dumm, die Welt ist blind,
Wird täglich abgeschmackter!
Sie spricht von dir, mein schönes Kind,
Du hast keinen guten Charakter.

Die Welt ist dumm, die Welt ist blind,
Und dich wird sie immer verkennen;
Sie weiß nicht, wie süß deine Kusse sind,
Und wie sie beseligend brennen

(1822-1823)


 
 
 
 03. Charles Baudelaire
 
 

l’ Albatros
 

Souvent, pour s'amuser, les hommes d'équipage
Prennent des albatros, vastes oiseaux des mers,
Qui suivent, indolents compagnons de voyage,
Le navire glissant sur les gouffres amers.

A peine les ont-ils déposés sur les planches,
Que ces rois de l'azur, maladroits et honteux,
Laissent piteusement leurs grandes ailes blanches
Comme des avirons traîner à côté d'eux.

Ce voyageur ailé, comme il est gauche et veule!
Lui, naguère si beau, qu'il est comique et laid!
L'un agace son bec avec un brûle-gueule,
L'autre mime, en boitant, l'infirme qui volait!

Le Poëte est semblable au prince des nuées
Qui hante la tempête et se rit de l'archer;
Exilé sur le sol au milieu des huées,
Ses ailes de géant l'empêchent de marcher.
 

Elevation

Au-dessus des étangs, au-dessus des vallées,
Des montagnes, des bois, des nuages, des mers,
Par delà le soleil, par delà les éthers,
Par delà les confins des sphères étoilées,

Mon esprit, tu te meus avec agilité,
Et, comme un bon nageur qui se pâme dans l'onde,
Tu sillonnes gaiement l'immensité profonde
Avec une indicible et mâle volupté.

Envole-toi bien loin de ces miasmes morbides;
Va te purifier dans l'air supérieur,
Et bois, comme une pure et divine liqueur,
Le feu clair qui remplit les espaces limpides.

Derrière les ennuis et les vastes chagrins
Qui chargent de leur poids l'existence brumeuse,
Heureux celui qui peut d'une aile vigoureuse
S'élancer vers les champs lumineux et sereins;

Celui dont les pensers, comme des alouettes,
Vers les cieux le matin prennent un libre essor,
- Qui plane sur la vie, et comprend sans effort
Le langage des fleurs et des choses muettes !
 
 
 
 
 
 
04. Paul Verlaine


Chanson d’Automne

Les sanglots longs
Des violons
De l'automne
Blessent mon cœur
D'une langueur monotone.

Tout suffocant
Et blême, quand
Sonne l'heure,
Je me souviens
Des jours anciens
Et je pleure;

Et je m'en vais
Au vent mauvais
Qui m'emporte
Deçà, delà,
Pareil à la
Feuille morte


 
 
 05. Elizabeth Barrett Browning
(1809 - 1861)
 


If thou must love me.

If thou must love me, let it be for nought
Except for love's sake only. Do not say
'I love her for her smile—her look—her way
Of speaking gently,—for a trick of thought
That falls in well with mine, and certes brought
A sense of pleasant ease on such a day'—
For these things in themselves, Beloved, may
Be changed, or change for thee,—and love, so wrought,
May be unwrought so. Neither love me for
Thine own dear pity's wiping my cheeks dry,—
A creature might forget to weep, who bore
Thy comfort long, and lose thy love thereby!
But love me for love's sake, that evermore
Thou mayst love on, through love's eternity


  
 
 
06. Leonard Cohen
 

 

I Long to Hold Some Lady
from The Spice Box of Earth

I long to hold some lady
For my love is far away,
And will not come tomorrow
And was not here today.

There is no flesh so perfect
As on my lady's bone,
And yet it seems so distant
When I am all alone:

As though she were a masterpiece
In some castled town,
That pilgrims come to visit
And priests to copy down
 
Alas, I cannot travel
To a love I have so deep
Or sleep too close beside
A love I want to keep.

But I long to hold some lady,
For flesh is warm and sweet.
Cold skeletons go marching
Each night beside my feet.
 
 
 
 I Wonder How Many People in This City

I wonder how many people in this city
live in furnished rooms.
Late at night when I look out at the buildings
I swear I see a face in every window
looking back at me
and when I turn away
I wonder how many go back to their desks
and write this down.
from "The Spice-Box of Earth"

   Wieviele Leute in dieser Stadt


Ich frage mich, wieviele Leute in dieser Stadt
in möblierten Zimmern wohnen.
Spät abends, wenn ich hinaus auf die Gebäude schaue:
ich schwöre, ich sehe in jedem Fenster ein Gesicht,
das zu mir hersieht,
und wenn ich mich abwende
frage ich mich, wieviele zurück an ihren Schreibtisch gehen
und dies aufschreiben.
 
 
 
 
 
 
 
 
 07. Rainer Maria Rilke
 
 



Liebeslied

Wie soll ich meine Seele halten, daß
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?


Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt,wenn deineTiefen schwingen.


Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.


Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Spieler hat uns in der Hand?
O süßes Lied.



Lösch mir die Augen aus…

Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn,
wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören,
und ohne Füße kann ich zu dir gehen,
und ohne Mund noch kann ich dich beschwören.

Brich mir die Arme ab,
ich fasse dich mit meinem Herzen wie mit einer Hand.
Halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen,
und wirfst du in mein Hirn den Brand,
so werd ich dich auf meinem Blute tragen.
 
 
 Herbsttag

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
   Herfstdag

Heer, het is tijd. De zomer was groots.
Leg uw schaduw op de zonnewijzers
en maak in 't veld de winden tomeloos.

Beveel de laatste vruchten vol te zijn;
geef hun nog twee zuidelijker dagen,
dring op hun voltooiing aan en jaag
de laatste zoetheid in de zware wijn.

Wie nu geen huis heeft, bouwt er geen meer.
Wie nu alleen is, zal het lang nog blijven,
zal waken, lezen, lange brieven schrijven
en rusteloos in lanen gaan, heen en weer,
als winden bladeren voorwaarts drijven.
 
 
 
 
 08. Obe Postma
 
 
 
 
 
 Earst it wûnder fan it bouwen.
De bûthúsdoar stiet iepen; de man leit stiennen op inoar.
Hij bout in muorre. Op ’e muorre komt it stalhout.
Nêst him stiet de ridskipsbak mei it machtich ark.
Sa is wol groeid wat fan alle tiden like!

Dan bout ek de jonge sels;
Yn ’e ierde graaft er hoalen en gongen,
Yn it sân bout er kanalen en sluzen en fan stien tuorren en kastielen.

Dan it wûnder fan de foldiedigens fan de natûr.
It hôf leit bedutsen mei de grutte, reade, swietrokige fruchten,
Dy’t de wyn naam fan de mânske beammen.
O de wille fan it rispjen, wrâlds rykdom lade op de romme souder!
Dan de hege weiden, dy’t ta de skuorredoar ynwraggelje;
En de blanke ierdfrucht út ’e fette grûn dold!
        

Soe it him wat jaan dat er opwoechs yn de ôf-te-eagjen
Libbensmienskip fan it doarp?
Dat er it bûthús koe en de skuorre, de tún en de greide?
Dat er op ’e poepestâl wie en mei de ûngetiders yn it haailân?
Dat er de lucht koe fan it hout wêr’t oan ’e dyk it heiblok giet,
Fan it boat by it fûkfandeljen en fan’ e taan yn fiskermansefterhús?
Dat er de huzen koe mei stiennen flieren
En de lege swartberikke souders?
 
 
 
09. Cesare Pavese
 
 
 
 
 Verrà la morte e avrà i tuoi occhi

Verrà la morte e avrà i tuoi occhi-
questa morte che ci accompagna
dal mattino alla sera, insonne,
sorda, come un vecchio rimorso
o un vizio assurdo. I tuoi occhi
saranno una vana parola
un grido taciuto, un silenzio.
Così li vedi ogni mattina
quando su te sola ti pieghi
nello specchio. O cara speranza,
quel giorno sapremo anche noi
che sei la vita e sei il nulla.

Per tutti la morte ha uno sguardo.
Verrà la morte e avrà i tuoi occhi.
Sarà come smettere un vizio,
come vedere nello specchio
riemergere un viso morto,
come ascoltare un labbro chiuso.
Scenderemo nel gorgo muti
   De dood zal komen en jouw ogen hebben

De dood zal komen en jouw ogen hebben -
deze dood die altijd bij ons is
van de ochtend tot de avond, wakend,
doof, als een oud gevoel van spijt,
of een dwaze ondeugd. En jouw ogen
zullen een ijdel woord zijn,
een verzwegen schreeuw, een stilte.
Zo zie je ze elke ochtend
als je je naar jezelf toebuigt
in de spiegel. O dierbare hoop,
die dag zullen ook wij weten
dat je het leven bent en het niets.

Voor iedereen heeft de dood een blik.
De dood zal komen en jouw ogen hebben.
Het zal zijn als stoppen met een ondeugd,
als in de spiegel een dood gezicht
opnieuw te zien verschijnen,
als luisteren naar gesloten lippen.
Stom zullen we afdalen in de stroom.


Vertaling: Willem van Toorn en Pietha de Voogd, 2001

 
  
 
 
10. Jacques Prevert



Barbara

Rappelle-toi Barbara
Il pleuvait sans cesse sur Brest ce jour-là
Et tu marchais souriante
Épanouie ravie ruisselante
Sous la pluie
Rappelle-toi Barabara
Il pleuvait sans cesse sur Brest
Et je t'ai croisée rue de Siam
Tu souriais
Et moi je souriais de même


Rappelle-toi Barbara
Toi que je ne connaissais pas
Toi qui ne me connaissais pas
Rappelle-toi
Rappelle-toi quand même jour-là
N'oublie pas
Un homme sous un porche s'abritait
Et il a crié ton nom
Barbara


Et tu as couru vers lui sous la pluie
Ruisselante ravie épanouie
Et tu t'es jetée dans ses bras
Rappelle-toi cela Barbara
Et ne m'en veux pas si je te tutoie
Je dis tu à tous ceux que j'aime
Même si je ne les ai vus qu'une seule fois
Je dis tu à tous ceux qui s'aiment
Même si je ne les connais pas


Rappelle-toi Barbara
N'oublie pas
Cette pluie sage et heureuse
Sur ton visage heureux
Sur cette ville heureuse
Cette pluie sur la mer
Sur l'arsenal
Sur le bateau d'Ouessant


Oh Barbara
Quelle connerie la guerre
Qu'es-tu devenue maintenant
Sous cette pluie de fer
De feu d'acier de sang
Et celui qui te serrait dans ses bras
Amoureusement
Est-il mort disparu ou bien encore vivant


Oh Barbara
Il pleut sans cesse sur Brest
Comme il pleuvait avant
Mais ce n'est plus pareil et tout est abimé
C'est une pluie de deuil terrible et désolée
Ce n'est même plus l'orage
De fer d'acier de sang
Tout simplement des nuages
Qui crèvent comme des chiens
Des chiens qui disparaissent
Au fil de l'eau sur Brest
Et vont pourrir au loin
Au loin très loin de Brest
Dont il ne reste rien.

 
Déjeuner du matin

Il a mis le café
Dans la tasse
Il a mis le lait
Dans la tasse de café
Il a mis le sucre
Dans le café au lait
Avec la petite cuiller
Il a tourné
Il a bu le café au lait
Et il a reposé la tasse
Sans me parler

Il a allumé
Une cigarette
Il a fait des ronds
Avec la fumée
Il a mis les cendres
Dans le cendrier
Sans me parler
Sans me regarder

Il s'est levé
Il a mis
Son chapeau sur sa tête
Il a mis
Son manteau de pluie
Parce qu'il pleuvait
Et il est parti
Sous la pluie
Sans une parole
Sans me regarder
Et moi j'ai pris
Ma tête dans ma main
Et j'ai pleuré.

xxx
 
Mangez sur l'herbe
Dépêchez-vous
Un jour ou l'autre
L'herbe mangera sur vous.


Le Cancre

Il dit non avec la tête
mais il dit oui avec le cœur
il dit oui à ce qu'il aime
il dit non au professeur
il est debout
on le questionne
et tous les problèmes sont posés
soudain le fou rire le prend
et il efface tout
les chiffres et les mots
les dates et les noms
les phrases et les pièges
et malgré les menaces du maître
sous les huées des enfants prodiges
avec les craies de toutes les couleurs
sur le tableau noir du malheur
il dessine le visage du bonheur

 
Osiris ou la fuite en Égypte

C'est la guerre c'est l'été
Déjà l'été encore la guerre
Et la ville isolée désolée
Sourit sourit encore
Sourit sourit quand même
De son doux regard d'été
Sourit doucement à ceux qui s'aiment
C'est la guerre c'est l'été
Un homme avec une femme
Marchent dans un musée désert
Ce musée c'est le Louvre
Cette ville c'est Paris
Et la fraicheur du monde
Est là tout endormie
Un gardien se réveille en entendant les pas
Appuie sur un bouton et retombe dans son rêve
Cependant qu'apparaît dans sa niche de pierre
La merveille de l'Égypte debout dans sa lumière
La statue d'Osiris vivante dans le bois mort
Vivante à faire mourir une nouvelle fois de plus
Toutes les idoles mortes des églises de Paris
Et les amants s'embrassent
Osiris les marie
Et puis rentre dans l'ombre
De sa vivante nuit.

  
 
 11. Oliver Wendell Holmes (1809-1894)
 
 
 
 
 
THE CHAMBERED NAUTILUS

 
This is the ship of pearl, which, poets feign,
Sails the unshadowed main, --
The venturous bark that flings
On the sweet summer wind its purpled wings
In gulfs enchanted, where the Siren sings,
And coral reefs lie bare,
Where the cold sea-maids rise to sun their streaming hair.

Its webs of living gauze no more unfurl;
Wrecked is the ship of pearl!
And every chambered cell,
Where its dim dreaming life was wont to dwell,
As the frail tenant shaped his growing shell,
Before thee lies revealed, --
Its irised ceiling rent, its sunless crypt unsealed!

Year after year beheld the silent toil
That spread his lustrous coil;
Still, as the spiral grew,
He left the past year's dwelling for the new,
Stole with soft step its shining archway through,
Built up its idle door,
Stretched in his last-found home, and knew the old no more.

Thanks for the heavenly message brought by thee,
Child of the wandering sea,
Cast from her lap, forlorn!
From thy dead lips a clearer note is born
Than ever Triton blew from wreathed horn!
While on mine ear it rings,
Through the deep caves of thought I hear a voice that sings: --

Build thee more stately mansions, O my soul,
As the swift seasons roll!
Leave thy low-vaulted past!
Let each new temple, nobler than the last,
Shut thee from heaven with a dome more vast,
Till thou at length art free,
Leaving thine outgrown shell by life's unresting sea!
 
 
  
 
 12. William Wordsworth
 


I wandered lonely as a cloud


I wandered lonely as a cloud
That floats on high o'er vales and hills,
When all at once I saw a crowd,
A host, of golden daffodils;
Beside the lake, beneath the trees,
Fluttering and dancing in the breeze.

Continuous as the stars that shine
And twinkle on the milky way,
They stretched in never-ending line
Along the margin of a bay:  
Ten thousand saw I at a glance,
Tossing their heads in sprightly dance.

The waves beside them danced; but they
Out-did the sparkling waves in glee:
A poet could not but be gay,
In such a jocund company:
I gazed--and gazed--but little thought
What wealth the show to me had brought:

For oft, when on my couch I lie
In vacant or in pensive mood,
They flash upon that inward eye
Which is the bliss of solitude;
And then my heart with pleasure fills,
And dances with the daffodils.


To a Butterfly


Stay near me- -do not take thy flight!
A little longer stay in sight!
Much converse do I find in thee,
Historian of my infancy!

Float near me; do not yet depart!
Dead times revive in thee:
Thou bring'st, gay creature as thou art!
A solemn image to my heart,
My father's family!

Oh! pleasant, pleasant were the days,
The time, when, in our childish plays,
My sister Emmeline and I
Together chased the butterfly!

A very hunter did I rush
Upon the prey:- -with leaps and springs
I followed on from brake to bush;
But she, God love her, feared to brush
The dust from off its wings.
 
   
 
13. Guy de MAUPASSANT
 
 
 

Nuit de neige


La grande plaine est blanche, immobile et sans voix.
Pas un bruit, pas un son ; toute vie est éteinte.
Mais on entend parfois, comme une morne plainte,
Quelque chien sans abri qui hurle au coin d'un bois.

Plus de chansons dans l'air, sous nos pieds plus de chaumes.
L'hiver s'est abattu sur toute floraison ;
Des arbres dépouillés dressent à l'horizon
Leurs squelettes blanchis ainsi que des fantômes.

La lune est large et pâle et semble se hâter.
On dirait qu'elle a froid dans le grand ciel austère.
De son morne regard elle parcourt la terre,
Et, voyant tout désert, s'empresse à nous quitter.

Et froids tombent sur nous les rayons qu'elle darde,
Fantastiques lueurs qu'elle s'en va semant ;
Et la neige s'éclaire au loin, sinistrement,
Aux étranges reflets de la clarté blafarde.

Oh ! la terrible nuit pour les petits oiseaux !
Un vent glacé frissonne et court par les allées ;
Eux, n'ayant plus l'asile ombragé des berceaux,
Ne peuvent pas dormir sur leurs pattes gelées.

Dans les grands arbres nus que couvre le verglas
Ils sont là, tout tremblants, sans rien qui les protège ;
De leur œil inquiet ils regardent la neige,
Attendant jusqu'au jour la nuit qui ne vient pas.



14. Guillaume Apollinaire
 


Clotilde


L'anémone et l'ancolie
Ont poussé dans le jardin
Où dort la mélancolie
Entre l'amour et le dédain

Il y vient aussi nos ombres
Que la nuit dissipera
Le soleil qui les rend sombres
Avec elles disparaîtra

Les déités des eaux vives
Laissent couler leurs cheveux
Passe il faut que tu poursuives
Cette belle ombre que tu veux


Automne

Dans le brouillard s’en vont un paysan cagneux
Et son boeuf lentement dans le brouillard d’automne
Qui cache les hameaux pauvres et vergogneux

Et s’en allant là-bas le paysan chantonne
Une chanson d’amour et d’infidélité
Qui parle d’une bague et d’un coeur que l’on brise

Oh! l’automne l’automne a fait mourir l’été
Dans le brouillard s’en vont deux silhouettes grises

 
 
15. William Shakespeare
 


All the world’s a Stage



All the world’s a stage,
And all the men and women merely players;
They have their exits and their entrances,
And one man in his time plays many parts,
His acts being seven ages. At first, the infant,
Mewling and puking in the nurse’s arms.

Then the whining schoolboy, with his satchel
And shining morning face, creeping like snail
Unwillingly to school. And then the lover,
Sighing like furnace, with a woeful ballad
Made to his mistress’ eyebrow. Then a soldier,
Full of strange oaths and bearded like the pard,
Jealous in honor, sudden and quick in quarrel,
Seeking the bubble reputation
Even in the cannon’s mouth. And then the justice,
In fair round belly with good capon lined,
With eyes severe and beard of formal cut,
Full of wise saws and modern instances;

And so he plays his part. The sixth age shifts
Into the lean and slippered pantaloon,
With spectacles on nose and pouch on side;
His youthful hose, well saved, a world too wide
For his shrunk shank, and his big manly voice,
Turning again toward childish treble, pipes
And whistles in his sound. Last scene of all,
That ends this strange eventful history,
Is second childishness and mere oblivion,
Sans teeth, sans eyes, sans taste, sans everything.

 
 16. Anske Smit:  Inch Allah in het Hylpers


Vrij naar Belinda Meuldijk in het Nederlands en Salvatore Adamo in het Frans

Insjallah

D'oryjènt mei al jèrre pracht
Hèt méar gesichten às de moene
Léeuwe àl toezend èn één nòat
Dòt jèrre sproakjes naet bestoane

Want iek héar Jéruslèm
Króaijen às ’n skòrre hoahne
Bló en tréanen yn jèrre stèmme
Feskoet tròch Tórah en Koráen

Yn alle tèmpels en moské’n
Wòt jitte libbe nei ’t gelóaf
Màr butendòar, Maria Magdalena
ies’t fòlk dòt dy fejèt

Inch Allah,

Twisken pûn en prykkeltré
Sit 'n vlinder òp 'n blòmme
En yn 'n stikken sèaten stréate
Lijt ‘n bònneskoen yn' t sâent

Gòt fàn de Himmel èn fan de Hèl
Doe kèst 't kwá naet verhinderje
Dèr lijt 't sâent fan Jérusalèm
Tròchtrènke mei bló fan al jèrre bòn

Inch Allah,

Oer de grèns yn ’e woestijn
Stróamt ’t wètter ût de bròn
Sò as dòt wètter wòl iek wèaze
'n Stròam fan Sàdam en Shàron

Requièm fòar miljoenen dòaden
De Palèstijnen en de Jóaden
Wie dòt ‘n òffer fòar de góaden
En kòmt nò fréade yn jèrre nèamme?

Inch Allah,

Hylper Wodden: Anske Smit
Fry nei: Belinda Meuldijk



Adamo Salvatore - Inch Allah

J'ai vu l'Orient dans son écrin
avec la lune pour bannière
et je comptais en un quatrain
chanter au monde sa lumière

Mais quand j'ai vu Jérusalem
coquelicot sur un rocher
j'ai entendu un requiem
quand sur lui je me suis penché

Ne vois-tu pas humble chapelle
toi qui murmure paix sur la terre
que les oiseaux cachent de leurs ailes
ces lettres de feu : danger frontière

Le chemin mène à la fontaine
tu voudrais bien remplir ton seau
arrête-toi Marie-Madeleine
pour eux ton corps ne vaut pas l'eau

Inch Allah, Inch Allah
Inch Allah, Inch Allah


Et l'olivier pleure son ombre
sa tendre épouse son amie
qui repose sous les décombres
prisonnière en terre ennemie

Sur une épine de barbelé
le papillon guette la rose
les gens sont si écervelés
qu'ils me répudieront si j'ose

Dieu de l'enfer ou Dieu du ciel
toi que te trouve où bon te semble
sur cette terre d'Israël
il y a des enfants qui tremblent

Inch Allah, Inch Allah
Inch Allah, Inch Allah

Les femmes tombent sous l'orage
demain le sang sera lavé
la route est faite de courage
une femme pour un pavé

Mais oui j'ai vu Jérusalem
coquelicot sur un rocher
j'entends toujours ce requiem
lorsque sur lui je suis penché

Requiem pour six millions d'âmes
qui n'ont pas leurs mausolées de marbre
et qui malgré le sable infâme
ont fait pousser six millions d'arbres

Inch Allah, Inch Allah
Inch Allah, Inch Allah



Belinda Meuldijk voor Rob de Nijs
 
Inch Allah
    
De Oriënt, met al haar pracht,
Heeft meer gezichten dan de maan.
'k geloof al duizend en één nacht
Dat haar sprookjes niet bestaan.

Want ik hoor Jeruzalem,
Kraaien als een schorre haan.
Bloed en tranen in haar stem,
Verscheurd door Thora en Koran.

In alle tempels en moskeeën,
Wordt nog naar het geloof geleefd.
Maar daarbuiten, Maria Magdalena,
Waar is het volk dat jou vergeeft ?

Inch Allah, Inch Allah
Inch Allah, Inch Allah

Tussen puin en prikkeldraad,
Zit een vlinder op een bloem.
En in een stuk geschoten straat,
Ligt in het zand een kinderschoen.

God van de Hemel of van de Hel,
U die het kwaad niet kan verhinderen,
Hier ligt het zand van Jeruzalem,
Doordrenkt met het bloed van al haar kinderen !

Inch Allah, inch Allah
Inch Allah, inch Allah

Over de grens in de woestijn,
Stroomt het water uit de bron.
Zoals dat water wil ik zijn,
Een stroom van Salam en Shalom.

Requiem voor miljoenen doden,
De Palestijnen en de Joden.
Was dat een offer voor de Goden
En komt nu vrede in hun naam ?

Inch Allah,inch Allah
Inch Allah, inch Allah

 
 
 17. Conrad Ferdinand Meyer
 

 Aus:  V. Liebe

Stapfen

In jungen Jahren war's. Ich brachte dich
Zurück ins Nachbarhaus, wo du zu Gast,
Durch das Gehölz. Der Nebel rieselte,
Du zogst des Reisekleids Kapuze vor
Und blicktest traulich mit verhüllter Stirn.

Naß ward der Pfad. Die Sohlen prägten sich
Dem feuchten Waldesboden deutlich ein,
Die wandernden. Du schrittest auf dem Bord,
Von deiner Reise sprechend. Eine noch,
Die längre, folge drauf, so sagtest du.

Dann scherzten wir, der nahen Trennung klug
Das Angesicht verhüllend, und du schiedst,
Dort wo der First sich über Ulmen hebt.
Ich ging denselben Pfad gemach zurück,
Leis schwelgend noch in deiner Lieblichkeit,
In deiner wilden Scheu, und wohlgemut
Vertrauend auf ein baldig Wiedersehn.

Vergnüglich schlendernd, sah ich auf dem Rain
Den Umriß deiner Sohlen deutlich noch
Dem feuchten Waldesboden eingeprägt,
Die kleinste Spur von dir, die flüchtigste,
Und doch dein Wesen: wandernd, reisehaft,
Schlank, rein, walddunkel, aber o wie süß!

Die Stapfen schritten jetzt entgegen dem
Zurück dieselbe Strecke Wandernden:
Aus deinen Stapfen hobst du dich empor
Vor meinem innern Auge. Deinen Wuchs
Erblickt ich mit des Busens zartem Bug.
Vorüber gingst du, eine Traumgestalt.

Die Stapfen wurden jetzt undeutlicher,
Vom Regen halb gelöscht, der stärker fiel.
Da überschlich mich eine Traurigkeit:
Fast unter meinem Blick verwischten sich
Die Spuren deines letzten Gangs mit mir.


Mein Stern

Oft in meinem Abendwandel hefte
Ich auf einen schönen Stern den Blick,
Zwar sein Zeichen hat besondre Kräfte,
Doch bestimmt und zwingt er kein Geschick.

Nicht geheime Winke will er geben,
Er ist wahr und rein und ohne Trug,
Er beseliget und stärkt das Leben
Mit der tiefsten Sehnsucht stillem Zug.

Nicht versteht er Gottes dunkeln Willen
Noch der Dinge letzten ewgen Grund,
Wunden heilt er, Schmerzen kann er stillen
Wie das Wort aus eines Freundes Mund.

In die Bangnis, die Bedrängnis funkelt
Er mit seinem hellsten Strahle gern,
Und je mehr die Erde mählich dunkelt,
Desto näher, stärker brennt mein Stern.

Holder, einen Namen wirst du tragen,
Aber diesen wissen will ich nicht,
Keinen Weisen werd ich darum fragen,
Du mein tröstliches, mein treues Licht!
 
 
 18. A. A. Milne



Wind on the Hill

No one can tell me,
Nobody knows,
Where the wind comes from,
Where the wind goes.

It’s flying from somewhere
As fast as it can,
I couldn’t keep up with it,
Not if I ran.

But if I stopped holding
The string of my kite,
It would blow with the wind
For a day and a night.

And then when I found it,
Wherever it blew,
I should know that the wind
Had been going there too.

So then I could tell them
Where the wind goes…
But where the wind comes from
Nobody knows.
 
 
 
 19. William Shakespeare
 


All the World’s a Stage

 
All the world’s a stage,
And all the men and women merely players;
They have their exits and their entrances,
And one man in his time plays many parts,
 
His acts being seven ages. At first, the infant,
Mewling and puking in the nurse’s arms.

Then the whining schoolboy, with his satchel
And shining morning face, creeping like snail
Unwillingly to school. And then the lover,
Sighing like furnace, with a woeful ballad
Made to his mistress’ eyebrow. Then a soldier,
Full of strange oaths and bearded like the pard,
Jealous in honor, sudden and quick in quarrel,
Seeking the bubble reputation
Even in the cannon’s mouth. And then the justice,
In fair round belly with good capon lined,
With eyes severe and beard of formal cut,
Full of wise saws and modern instances;
And so he plays his part. The sixth age shifts
Into the lean and slippered pantaloon,
With spectacles on nose and pouch on side;
His youthful hose, well saved, a world too wide
For his shrunk shank, and his big manly voice,
Turning again toward childish treble, pipes
And whistles in his sound. Last scene of all,
That ends this strange eventful history,
Is second childishness and mere oblivion,
Sans teeth, sans eyes, sans taste, sans everything.
 
 
 
 
20. William Blake  
1757– 1827


 

The Garden of Love

I went to the Garden of Love,
And saw what I never had seen:
A Chapel was built in the midst,
Where I used to play on the green.

And the gates of this Chapel were shut,
And "Thou shalt not'' writ over the door;
So I turn'd to the Garden of Love
That so many sweet flowers bore;

And I saw it was filled with graves
And tomb-stones, where flowers should be;
And Priests in black gowns were walking their rounds,
And binding with briars my joys and desires.

from: Songs of Experience by William Blake


 
The Echoing Green

    The sun does arise,
    And make happy the skies;
    The merry bells ring
    To welcome the spring;
    The skylark and thrush,
    The birds of the bush,
    Sing louder around
    To the bell's cheerful sound,
    While our sports shall be seen
    On the Echoing Green.

    Old John with white hair,
    Does laugh away care,
    Sitting under the oak,
    Among the old folk.
    They laugh at our play,
    And soon they all say:
    "Such, such were the joys
    When we all, girls and boys,
    In our youth time were seen
    On the Echoing Green."

    Till the little ones, weary,
    No more can be merry;
    The sun does descend,
    And our sports have an end.
    Round the laps of their mothers
    Many sisters and brother,
    Like birds in their nest,
    Are ready for rest,
    And sport no more seen
    On the darkening Green.
 
 From: Songs of Innocence
 
 
  
21. Georges Rodenbach
(1855-1898)

 

La lampe dans la chambre ...

La lampe dans la chambre est une rose blanche
Qui s'ouvre tout à coup au jardin gris du soir ;
Son reflet au plafond dilate un halo noir
Et c'est assez pour croire un peu que c'est dimanche.

La lampe dans la chambre est une lune blanche
Qui fait fleurir dans les miroirs des nénuphars ;
On ne sait plus quel jour il est, ni s'il est tard,
Sauf qu'on est doux comme à la fin d'un beau dimanche.

Sourire de la lampe en sa dentelle blanche
Qu'on dirait une coiffe où dorment des cheveux ;
Lampe amicale aux lents regards d'un calme feu
Qui donne à l'air de chaque soir l'air du dimanche

Recueil : Le miroir du ciel natal
 
 
 
22. Pierre Corneille
(1606-1684)



Eve et Marie.


Homme, qui que tu sois, regarde Eve et Marie,
Et comparant ta mère à celle du Sauveur,
Vois laquelle des deux en est le plus chérie,
Et du Père Eternel gagne mieux la faveur.

L'une a toute sa race au démon asservie,
L'autre rompt l'esclavage où furent ses aïeux
Par l'une vient la mort et par l'autre la vie,
L'une ouvre les enfers et l'autre ouvre les cieux.

Cette Ève cependant qui nous engage aux flammes
Au point qu'elle est bornée est sans corruption
Et la Vierge " bénie entre toutes les femmes "
Serait-elle moins pure en sa conception ?

Non, non, n'en croyez rien, et tous tant que nous sommes
Publions le contraire à toute heure, en tout lieu :
Ce que Dieu donne bien à la mère des hommes,
Ne le refusons pas à la Mère de Dieu.

 

23. Anatole France
(1844-1924)


 
La mort


Si la vierge vers toi jette sous les ramures
Le rire par sa mère à ses lèvres appris ;
Si, tiède dans son corps dont elle sait le prix,
Le désir a gonflé ses formes demi-mûres ;

Le soir, dans la forêt pleine de frais murmures,
Si, méditant d'unir vos chairs et vos esprits,
Vous mêlez, de sang jeune et de baisers fleuris,
Vos lèvres, en jouant, teintes du suc des mûres ;

Si le besoin d'aimer vous caresse et vous mord,
Amants, c'est que déjà plane sur vous la Mort :
Son aiguillon fait seul d'un couple un dieu qui crée.

Le sein d'un immortel ne saurait s'embraser.
Louez, vierges, amants, louez la Mort sacrée,
Puisque vous lui devez l'ivresse du baiser.

Recueil : Les poèmes dorés


 
 24. Manfred Kyber


Abendlied

Der Abend kommt, der Tag ist aus,
Frau Sonne geht zur Ruh.
Sie geht wohl in ihr Wolkenhaus
und macht die Türe zu.

Dann werden alle angebrannt
die Sternlein in der Nacht.
Es halten über Meer und Land
die Engel heil’ge Wacht.

Und wenn die goldnen Sterne stehn
und scheint der Mond dazu,
dann müssen alle schlafen gehen:
die Welt und ich und du.

Und schläfst du ein und hast du kaum
die Augen zugemacht,
dann schenkt dir einen lieben Traum
die Königin der Nacht.

 

Das andere Ufer

Einmal wird ein Ende
aller Irrfahrt sein.
Müdgewordne Hände
ziehn die Segel ein.

Leise ruft der Rufer
allen Sturm zur Ruhr.
Einem andern Ufer
treibt der Nachen zu.

Und die vor mir gingen
schauen nach mir aus,
um mich heimzubringen
in mein Vaterhaus.

Wortlos knie ich nieder
in den Silbersand:
nimm mich, nimm mich wieder,
seliges Sonnenland!
 
 
 
 
 
25. Gustav Schwab



Het beroemde gedicht van Gustav Schwab, ’Der Reiter und der Bodensee’. Een ruiter is in grote haast op weg naar een dorp dicht bij het Bodenmeer en geeft zijn paard nog eens de sporen als hij een grote sneeuwvlakte voor zich ziet. Niets vermoedend rijdt hij door tot het eerste dorp dat uit de witte slierten opdoemt. Daar aangekomen hoort hij dat hij het meer al gepasseerd is: hij heeft het wolkendek dat het meer bedekte aangezien voor een besneeuwde vlakte. Als dat tot hem doordringt, bezwijkt hij. Tijdens zijn rit vermoedde hij niets van de gapende diepte onder hem. Nu hij het achteraf beseft, besterft hij het. Het bestaan van de mens wordt vastgehouden boven de afgrond, en wie even goed toekijkt huivert om de niet te bevatten vreemdheid.
 

Der Reiter und der Bodensee

Der Reiter reitet durchs helle Tal,
Auf Schneefeld schimmert der Sonne Strahl.
Er trabet im Schweiß durch den kalten Schnee,
Er will noch heut an den Bodensee;

Noch heut mit dem Pferd in den sichern Kahn,
Will drüben landen vor Nacht noch an.
Auf schlimmem Weg, über Dorn und Stein,
Er braust auf rüstigem Roß feldein.

Aus den Bergen heraus, ins ebene Land,
Da sieht er den Schnee sich dehnen wie Sand.
Weit hinter ihm schwinden Dorf und Stadt,
Der Weg wird eben, die Bahn wird glatt.

In weiter Fläche kein Bühl, kein Haus,
Die Bäume gingen, die Felsen aus;
So flieget er hin eine Meile, und zwei,
Er hört in den Lüften der Schneegans Schrei;

Es flattert das Wasserhuhn empor,
Nicht anderen Laut vernimmt sein Ohr;
Keinen Wandersmann sein Auge schaut,
Der ihm den rechten Pfad vertraut.

Fort geht's, wie auf Samt, auf dem weichen Schnee,
Wann rauscht das Wasser, wann glänzt der See?
Da bricht der Abend, der frühe, herein:
Von Lichtern blinket ein ferner Schein.

Es hebt aus dem Nebel sich Baum an Baum,
Und Hügel schließen den weiten Raum.
Er spürt auf dem Boden Stein und Dorn,
Dem Rosse gibt er den scharfen Sporn.

Und Hunde bellen empor am Pferd,
Und es winkt im Dorf ihm der warme Herd.
»Willkommen am Fenster, Mägdelein,
An den See, an den See, wie weit mag 's sein?«

Die Maid, sie staunet den Reiter an:
»Der See liegt hinter dir und der Kahn.
Und deckt' ihn die Rinde von Eis nicht zu,
Ich spräche, aus dem Nachen stiegest du.«

Der Fremde schaudert, er atmet schwer:
»Dort hinten die Ebne, die ritt ich her!«
Da recket die Magd die Arm in die Höhe:
»Herr Gott! so rittest du über den See!

An den Schlund, an die Tiefe bodenlos,
Hat gepocht des rasenden Hufes Stoß!
Und unter dir zürnten die Wasser nicht?
Nicht krachte hinunter die Rinde dicht?

Und du wardst nicht die Speise der stummen Brut,
Der hungrigen Hecht in der kalten Flut?«
Sie rufet das Dorf herbei zu der Mär,
Es stellen die Knaben sich um ihn her.

Die Mütter, die Greise, sie sammeln sich:
»Glückseliger Mann, ja, segne du dich!
Herein, zum Ofen, zum dampfenden Tisch,
Brich mit uns das Brot und iß vom Fisch!«

Der Reiter erstarret auf seinem Pferd,
Er hat nur das erste Wort gehört.
Es stocket sein Herz, es sträubt sich sein Haar,
Dicht hinter ihm grinst noch die grause Gefahr.

Es siehet sein Blick nur den gräßlichen Schlund,
Sein Geist versinkt in den schwarzen Grund.
Im Ohr ihm donnert 's, wie krachend Eis,
Wie die Well umrieselt ihn kalter Schweiß.

Da seufzt er, da sinkt er vom Roß herab,
Da ward ihm am Ufer ein trocken Grab.

 
 
 
 26. Hermann Hesse

 
Das Leben, das ich selbst gewählt

Ehe ich in dieses Erdenleben kam
Ward mir gezeigt, wie ich es leben würde.
Da war die Kümmernis, da war der Gram,
Da war das Elend und die Leidensbürde.
Da war das Laster, das mich packen sollte,
Da war der Irrtum, der gefangen nahm.
Da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte,
Da waren Haß und Hochmut, Stolz und Scham.

Doch da waren auch die Freuden jener Tage,
Die voller Licht und schöner Träume sind,
Wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage,
Und überall der Quell der Gaben rinnt.
Wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
Die Seligkeit des Losgelösten schenkt,
Wo sich der Mensch der Menschenpein entwunden
als Auserwählter hoher Geister denkt.
 
Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute,
Mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel.
Mir ward gezeigt die Wunde draus ich blute,
Mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
Und als ich so mein künftig Leben schaute,
Da hört ein Wesen ich die Frage tun,
Ob ich dies zu leben mich getraute,
Denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.

Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme —
»Dies ist das Leben, das ich leben will!« —
Gab ich zur Antwort mit entschloßner Stimme.
So war’s als ich ins neue Leben trat
Und nahm auf mich mein neues Schicksal still.
So ward ich geboren in diese Welt.
Ich klage nicht, wenn’s oft mir nicht gefällt,
Denn ungeboren hab ich es bejaht.

 

Beim Schlafengehen

Nun der Tag mich müd gemacht.
soll mein sehnliches Verlangen
freundlich die gestirnte Nacht
wie ein müdes Kind empfangen.

Hände, laßt von allem Tun,
Stirn, vergiß du alles Denken,
alle meine Sinne nun
wollen sich in Schlummer senken.

Und die Seele, unbewacht,
will in freien Flügeln schweben,
um im Zauberkreis der Nacht
tief und tausendfach zu leben

 

Gestutzte Eiche

Wie haben sie dich, Baum, verschnitten
Wie stehst du fremd und sonderbar!
Wie hast du hundertmal gelitten,
Bis nichts in dir als Trotz und Wille war!

Ich bin wie du, mit dem verschnittnen,
Gequälten Leben brach ich nicht
Und tauche täglich aus durchlittnen
Roheiten neu die Stirn ins Licht.

Was in mir weich und zart gewesen,
Hat mir die Welt zu Tod gehöhnt,
Doch unzerstörbar ist mein Wesen,
Ich bin zufrieden, bin versöhnt,

Geduldig neue Blätter treib ich
Aus Ästen hundertmal zerspalt,
Und allem Weh zu Trotze bleib ich
Verliebt in die verrückte Welt.

Juli 1919

 
Bücher

Alle Bücher dieser Welt
Bringen dir kein Glück,
Doch sie weisen dich geheim
In dich selbst zurück.

Dort ist alles, was du brauchst,
Sonne, Stern und Mond,
Denn das Licht, danach du fragst,
In dir selber wohnt.

Weisheit, die du lang gesucht
In den Büchereien,
Leuchtet jetzt aus jedem Blatt —
Denn nun ist sie dein.

 
 
 27. Friedrich Nietzsche



Dem unbekannten Gotte


Noch einmal, eh ich weiterziehe
und meine Blicke vorwärts sende,
heb ich vereinsamt meine Hände
zu dir empor, zu dem ich fliehe,
dem ich in tiefster Herzenstiefe
Altare feierlich geweiht,
daß allezeit
mich deine Stimme wieder riefe.

Darauf erglüht tief eingeschrieben
das Wort: Dem unbekannten Gotte.
Sein bin ich, ob ich in der Frevler Rotte
auch bis zur Stunde bin geblieben:
Sein bin ich – und fühl die Schlingen,
die mich im Kampf darniederziehn
und, mag ich fliehn,
mich doch zu seinem Dienste zwingen.

Ich will dich kennen, Unbekannter,
du tief in meine Seele Greifender,
mein Leben wie ein Sturm Durchschweifender,
du Unfaßbarer, mir Verwandter!
Ich will dich kennen, selbst dir dienen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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